Arbeitslosigkeit in Hamburg

Die Hansestadt Hamburg hat aktuell 1,66 Mill. Einwohner. Die Bundesagentur für Arbeit vermeldet nach den jüngsten Zahlen für den Juli 2015 im Norden eine Arbeitslosenquote von 7,6% bzw. knapp 75.000 Arbeitslose. Getreu des schönen Mottos von Churchill (Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast) lohnt es sich durchaus, noch etwas genauer hinzuschauen.

Wie verlässlich ist so eine Zahl?

So führt die Bundesagentur auch die sog. Unterbeschäftigten auf, deren Zahl sich inklusive der Arbeitslosen auf fast 100.000 Menschen bzw. 10% der Erwerbsfähigen beläuft. Unterbeschäftigte sind nach Definition der Bundesagentur für Arbeit Personen, die nicht im engeren Sinne arbeitslos sind.


Darunter fallen:

Das Bild wird noch schiefer, wenn man bedenkt, dass es auch noch erwerbsfähige Arbeitslose im Hartz4- bzw. ALG II – Bezug gibt, welche ebenfalls nicht erfasst werden. Oder die sogenannte „stille Reserve“, d.h. Arbeitslose, die aufgegeben haben, nach Jobs in Hamburg zu suchen und keine Leistungen von der Agentur beziehen bzw. dort nicht gemeldet sind. Dies mag genügen, um deutlich zu machen, dass die Qualität einer Statistik von der Art der Erfassung der Daten abhängt.

Welche Berufszweige sind in Hamburg besonders von Arbeitslosigkeit betroffen?

Indes gilt es, zu betonen, dass der Arbeitsmarkt in Hamburg durchaus robust ist und eine kräftige Nachfrage herrscht (hierzu gleich mehr im nächsten Passus).

Interessanterweise sind in Hamburg vor allem Menschen aus der Forst-, Land- und Tierwirtschaft dem höchsten Risiko ausgesetzt, arbeitslos zu sein (quantitativ gesehen, d.h. wenn man das Verhältnis von offenen Stellen auf Bewerber betrachtet). Während im Mittel fünf Bewerber auf eine Stelle kommen, sind es im genannten Bereich zwölf.

Knapp oberhalb des Mittelwertes liegen die Bereiche Verkehr, Logistik und kaufmännische Dienstleistungen. Knapp unterhalb die Geistes- und etwas deutlicher die Naturwissenschaften. Deutlich unterhalb spannenderweise die Bereiche Produktion und Gesundheitswesen.

Welche Fachkräfte sind in Hamburg besonders gesucht?

Die durch ihren Handel berühmt gewordene Hansestadt (ehemals Tor zur Welt) verzeichnet immer noch Zuwächse an Stellen in diesem Bereich. Besonders allerdings boomen im Moment dort der Immobiliensektor (bzw. die Bauindustrie), das schon genannte Gesundheitswesen, Dienstleistungen aller Art, insbesondere IT und Telekommunikation, sowie das Gastgewerbe.

Der einzige Bereich, der aktuell Rückgänge an Stellen zu verzeichnen hat, ist die Branche der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Für die nächsten Jahre ist damit zu rechnen, dass der Bedarf in den erstgenannten Bereichen groß bleiben wird.

Welche Prognosen gibt es für die Zukunft?

Ein kluger Mann sagte zu Prognosen einmal, dass sie eine unsichere Sache seien – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Auch beim Blick in die Glaskugel kommt es auf die Betrachtungsweise an und darauf, was der Betreffende sehen will. Die recht gute Wirtschaftslage in Hamburg kann darauf schließen lassen, dass auch zukünftig kein Mangel an offenen Stellen zu verzeichnen sein wird. Bzw. dass vor allem bei Dienstleistungen aller Art immer Bedarf vorhanden sein wird.

Allerdings lassen sich auch dunkle Wolken am Himmel ausmachen. Makroökonomisch gesehen droht in der EU ein Wiederaufflammen der Finanzkrise. In der Ukraine herrscht weiterhin eine heikle Situation, in China ist der Aktienmarkt beispiellos abgestürzt, kurz: Auch Hamburg ist keine Insel der Seligen, welche sich von globalen Tendenzen abkoppeln könnte.

Mikroökonomisch gesehen weist Hamburg wie alle deutschen Bundesländer darüber hinaus einen stetig wachsenden Anteil von ALG-Beziehern aus dem Niedriglohnsektor auf. Der Druck auf diesem Sektor dürfte angesichts von Lohnzurückhaltung der Arbeitgeber und weiterer Zuwanderung auch künftig anhalten und sich in entsprechenden Arbeitslosenzahlen niederschlagen.

Hamburg bietet also Chancen, doch steht die Stadt auch vor Herausforderungen – und muss sie meistern.

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